Innenraumklima

Für die thermische und die hygrothermische Simulation ist es notwendig Vorgaben für die thermischen / hygrothermischen Bedingungen in Innenräumen zu definieren. Da die Bedingungen u.U. stark vom jeweiligen Nutzerverhalten abhängen können hier nur Modelle einer durchschnittlichen Nutzung verwendet werden.

Für übliche Berechnungen werden in der Regel folgende Modelle verwendet:

  • Sinuskurve
  • Feuchte- und Temperaturkurven abhängig von der Außentemperatur
  • Feuchtezufuhr abhängig von der Außentemperatur


Sinuskurve für das Innenraumklima

In dem alten WTA-Merkblatt WTA 6-2-01/D wurden die Innenraumbedingungen über eine Sinuskurve über den Jahresverlauf dargestellt. Unterschieden wurden die folgenden Anwendungsfälle:

  • Räume mit niedriger Feuchtelast
  • Räume mit normaler Feuchtelast
  • Räume mit hoher Feuchtelast

Feuchteklassen der raumseitigen Luftfeuchte (kontinentales und tropisches Klima)

Für kontinentales und tropisches Klima werden in DIN EN ISO 13788 [2013-05], Anhang A.1, DIN 4108-3 [2018-10], DIN EN 15026 [2007-07] und im WTA-Merkblatt 6-2 [2014-12] die raumseitigen Bedinungen wie folgt festgelegt, wobei in den einzelnen Normen teilweise einzelne Kurven fehlen.

Klasse Luftfeuchte Temperatur
Feuchtelast niedrige Belegung φ=25% bei θe≤-10°C
φ=55% bei θe≥+20°C
Zwischenwerte interpoliert
θi=20°C bei θe≤+10°C
θi=25°C bei θe≥20°C
Zwischenwerte intepoliert
Feuchtelast normale Belegung φ=30% bei θe≤-10°C
φ=60% bei θe≥+20°C
Zwischenwerte interpoliert
Feuchtelast normale Belegung + 5% (Bemessung) φ=35% bei θe≤-10°C
φ=65% bei θe≥+20°C
Zwischenwerte interpoliert
Feuchtelast hohe Belegung φ=40% bei θe≤-10°C
φ=70% bei θe≥+20°C
Zwischenwerte interpoliert

Feuchteklassen der raumseitigen Luftfeuchte (maritime Klimate)

Für maritime Klimate eignet sich die Berechnung der Luftfeuchte im Innenraum über die Feuchtezufuhr nach DIN EN ISO 13788 [2013-05], Anhang A.2.

Das Modell geht davon aus, dass durch den Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innenraum und durch zusätzliche interne Feuchtequellen ein Feuchtepotential entsteht, dass entweder über die Feuchtezufuhr oder über ein Dampfdruckgefälle darstellbar ist. Beide Werte lassen sich jeweils umrechnen:

[math]\Delta p = \Delta v \cdot R_v \cdot T_i = \frac{G}{n \cdot V} \cdot R_v \cdot T_i[/math]

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